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Noch ein Wunder bitte

Nun ist es also da – mein erstes Buch! Als es letzten Mittwoch mittags nach dem Essen an der Tür klingelte, traute ich meinen Augen kaum, als drei große Paletten mit Büchern im Vorgarten abgestellt wurden. Mit vereinten Kräften und Unterstützung meiner beiden Jungs holten wir Karton um Karton ins Haus. Und in meinem Herzen war eine Mischung aus Glück, Erleichterung, Freude, Zweifel und Hoffnung. Während ich einen Karton nach dem anderen in den Keller brachte, fragte ich mich, ob ich diese Bücher irgendwann auch wieder weg wären. Jeder Schritt, den ich in den letzten Monaten gegangen war, war ein Stück aufs Wasser. Schritte, in denen ich Berufung verspürte. Schritte, dir mir manchmal größenwahnsinnig vorkamen und Schritte, bei denen ich manchmal bewusst den Kopf ausschalten musste, um meinem Herzen Raum geben zu können.

Unsere Sommerferien haben vor wenigen Tagen begonnen und ich erinnere mich noch zu gut daran, wie ich vor einem Jahr die letzten Zeilen des Romans geschrieben hatte und in die Korrekturphase überging. Ich war so dankbar, wie es in den Wochen zuvor nur so aus meinem Herzen über meine Finger in die Tastatur meines Rechners floss und ich so viel schneller als je geahnt zu meinem Mann sagte: “Ich bin fertig!” – Mein erstes Buch. Ein Jugendroman.

Die Idee dazu hatte ich bereits im Herbst 2020, kurz nachdem ich meinen alten Arbeitgeber Daimler verlassen hatte. Zu dem Zeitpunkt tat ich den Gedanken als Hirngespinst ab, hatte ich doch bis dato nie etwas geschrieben. Aber ganz leise blieb die Stimme bzw. der Gedanke in meinem Hinterkopf, während ich die folgenden Monate nutzte und mich im Schreiben ausprobierte – hier auf meinem Blog, mit kleinen Gedanken auf Instagram und mit einem wöchentlichen Impuls für die Frauen meiner Gemeinde. Und im Frühsommer 2021 war er wieder stark präsent – dieser Gedanke, ein Buch in Romanform über die Essstörung Bulimie zu schreiben. Und dann fing ich einfach an – was hatte ich auch zu verlieren, außer dass ich eventuell abbrechen und der Anfangsteil in der Ablage P verschwinden würde?!?

Wie ihr seht, ist das Buch fertig geschrieben und veröffentlich worden. Allerdings ohne Verlag. Ich habe es auf der Basis von Selbstvermarktung herausgebracht. Denn nach zahlreichen Absagen von christlichen Verlagen, die alle die gleiche Skepsis an der Verkaufbarkeit eines Jugendromans mit eher dramatischem Inhalt enthielten, hatte ich wieder die Wahl: Ablage P oder Selbstvermarktung. Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, da das finanzielle Risiko einfach hoch war und ist und ich natürlich die Sorge hatte und habe, dass ich auf vielen ungelesenen Bücher sitzen bleibe. Aber neben allen Zweifeln spürte ich Berufung in mir, es nicht nur beim normalen Verkauf des Buches bleiben zu lassen, sondern aktiv zu werden. Workshops zu halten. Über das Thema zu sprechen, von mir zu erzählen und das Buch vorzustellen. Es gibt so viele Möglichkeiten dafür: Schulen, Jugendkreise, kleine und große Jugendfestivals.

So, und um was geht es jetzt im Roman?

Die fünfzehnjährige Jule ist mit ihrem Leben überfordert. Seitdem ihre drei Jahre jüngere Schwester Anni durch einen Autounfall gelähmt ist, muss Jule von heute auf morgen ihr Leben nahezu alleine meistern. Schuldgefühle, für den Autounfall verantwortlich zu sein, ihr Perfektionismus als Nachwuchspianistin, Einsamkeit und Liebeskummer lassen sie immer tiefer in die Bulimie rutschen. Jule verstrickt sich zusehends in ein verzweifeltes Netz aus Lügen, um ihre Essstörung zu verheimlichen. Kann sie ihren großen Traum, den anstehenden Klavierwettbewerb zu gewinnen, dennoch verwirklichen? Und gibt es Hoffnung auf ein Leben frei von der Bulimie, nachdem sich Jule so sehr sehnt? 

So viel sei bereits verraten: Der Roman nimmt eine gute Wendung. Jule spürt, dass Gott in ihr am Wirken ist und Hoffnung schenkt. Er stellt Menschen in ihr Leben, die sie dabei unterstützen, den Weg in die Freiheit zu finden. Und das ist meine tiefe Sehnsucht bei dem gesamten Projekt – dass Mädchen und junge Frauen, die unter einer Essstörung leiden, den Wunsch verspüren, heil und frei zu werden, sich auf den Weg begeben und sich Hilfe und Unterstützung suchen. Meine Sehnsucht ist, dass der Roman Müttern oder anderen Angehörigen von Betroffenen ein Stück Hilfe ist und ein neues Verständnis über die Sucht herbeiführt. Meine Sehnsucht ist, dass ganz normale Menschen, die diesen Roman lesen, eine Person aufs Herz gelegt bekommen, der sie dieses Buch schenken können, damit Veränderung, Hoffnung und Freiheit geschieht.

Jennie Allen, eine amerikanische Buchautorin, schrieb mal:

„Es ist nicht so, dass große Dinge von großen Menschen getan werden. Gott ist es, der große Dinge mit Menschen tut, die sich ihm anvertrauen.“

Jennie Allen aus “Tu doch, was du liebst”

ich bin ein ganz normale Frau mit einer Vergangenheit voller Zerbruch. Aber ich bin auch eine Frau, die Heilung und völlige Wiederherstellung erfahren hat. Ich traue meinem Gott zu, dass er etwas Gutes und Segensreiches mit diesem Roman tut. Ich glaube, dass Jesus mir die Idee mit dem Jugendroman ins Herz gelegt hat. Und so will ich glauben und vertrauen, dass dieser Roman an die Personen gerät, die es lesen sollen. Ich bete um Wunder und noch mehr Wunder im Leben jeder einzelnen Person, die unter einer Essstörung leidet.

Ich aber bringe Leben – und dies im Überfluss.

Johannes 101,10

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